Wintergäste am Futterplatz: Wer frisst was – und wie der Platz sauber bleibt
Sobald die Tage kürzer und die Nächte kälter werden, öffnet im Garten das „Vogel-Restaurant". Amsel, Meise und Rotkehlchen schauen vorbei, und plötzlich stellt sich die Frage: Wer frisst eigentlich was? Denn nicht jeder Vogel mag dasselbe Futter, und nicht jedes Futterhaus ist gleich gut geeignet.
In diesem Ratgeber lernst du sechs häufige Wintergäste kennen, erfährst, welches Futter zu welcher Vogelgruppe passt, und bekommst die wichtigsten Hygieneregeln, damit dein Futterplatz die Vögel nicht krank macht, sondern ihnen hilft.
Wann du mit dem Füttern beginnst
Die Winterfütterung startet für viele, sobald es draußen kalt wird und die natürliche Nahrung knapper wird. Fachleute betonen vor allem eines: Wer einmal anfängt, sollte den Winter über regelmäßig weiterfüttern, damit die Vögel die Futterstelle fest in ihren Tagesablauf einplanen können.
Die Sorge, die Tiere könnten „faul" werden, ist übrigens unbegründet. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) weist darauf hin, dass Vögel trotz regelmäßiger Fütterung nicht verlernen, in der Natur Nahrung zu finden. Das wichtigste Naturschutzinstrument bleibt trotzdem ein naturnaher Garten mit heimischen Pflanzen. Lass deshalb gern Samenstände von Stauden und hohen Gräsern über den Winter stehen.
Wie du dein Futterhaus vor dem Start gründlich reinigst, zeigen wir dir auch in unserem Reel auf Instagram.
Sechs Wintergäste erkennen
Zu den häufigsten Wintervögeln in deutschen Gärten zählen laut LBV unter anderem Amsel, Blau- und Kohlmeise, Kleiber, Rotkehlchen sowie Haus- und Feldsperling. Diese sechs lernst du hier kennen:
Das Männchen ist tiefschwarz mit orangegelbem Schnabel. Sie sucht am Boden: Äpfel, Rosinen, Haferflocken und Mehlwürmer stehen auf ihrem Speiseplan.
Klein, rund, mit orangeroter Brust. Auch das Rotkehlchen bleibt gern bodennah und nimmt Nussstückchen, Getreideflocken, Rosinen und Mehlwürmer.
Blaue Kappe, gelbe Unterseite, sehr flink. Sie bevorzugt Sonnenblumenkerne, Erdnüsse (gern gehackt) und Futterkuchen.
Der „Spatz" kommt oft im Trupp und ist ein Allesfresser. Er nimmt Nussbruch, Fettfutter und Rosinen, am liebsten aus Silos und Futterröhren.
Olivgrün mit gelben Flügelkanten und kräftigem Schnabel. Er knackt Sonnenblumenkerne und mag kleine Ölsaaten wie Hanf und Mohn.
Blaugrauer Rücken, schwarzer Augenstreif, klettert sogar kopfüber den Stamm hinab. Er schätzt Fettfutter, Nüsse, Hanf und Sonnenblumenkerne.
Futterangaben nach NABU-Infopapier „Wer frisst was?" und LBV, Beschreibungen zur Orientierung.
Weichfutter, Körner, Fett: Wer frisst was?
Vögel lassen sich grob in Gruppen einteilen. Wenn du weißt, zu welcher Gruppe dein Stammgast gehört, bietest du das passende Futter an der richtigen Stelle an:
Quellen: NABU-Infopapier „Vögel füttern im Winter – Wer frisst was?" und LBV „Fragen zur Vogelfütterung".
Praxis-Tipp: Biete mehrere Futtersorten an verschiedenen Stellen an. So kommen Weichfutterfresser am Boden und Körnerfresser in der Futtersäule gleichermaßen zum Zug.
Warum Insekten am Futterplatz passen
Im Sommer bestehen große Teile der Vogelnahrung aus Insekten. Im Winter fehlen sie weitgehend. Deshalb nennt das NABU-Infopapier Mehlwürmer ausdrücklich als Futter für Amsel und Rotkehlchen, und der LBV empfiehlt Futterkuchen mit getrockneten Mehlwürmern oder anderen Insekten besonders für Spechte und Kleiber.
Unser Insekten-Mix besteht zu gleichen Teilen aus getrockneten Schwarzen Soldatenfliegenlarven und Mehlwürmern. Er ist schonend getrocknet, kommt ohne Konservierungsstoffe und künstliche Zusätze aus und eignet sich laut Produktbeschreibung unter anderem für Meisen, Amseln, Spatzen und Spechte. Getrocknete Insekten lassen sich leicht dosieren und brauchen keine Kühlung. Du kannst sie in eine Futterschale, ein Bodenfutterhaus oder unter ein Dach streuen.
Wichtig: Der Insekten-Mix ist ein Ergänzungsfuttermittel und ersetzt keine abwechslungsreiche Kost. Kombiniere ihn mit Sonnenblumenkernen, Haferflocken oder Obst.
Der richtige Standort
Wo dein Futterplatz steht, entscheidet mit darüber, ob die Vögel ihn gern annehmen und ob sie sicher fressen können. Der LBV empfiehlt, das Futterhaus frei aufzustellen, damit sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen können. Ideal sind etwa drei bis vier Meter Abstand zu Gebüsch oder Baum. Gleichzeitig sollte die Stelle vom Fenster aus gut einsehbar sein, damit du die Vögel ungestört beobachten kannst.
Für Amsel und Rotkehlchen ergänzt eine Bodenfutterstelle das Angebot. Setze sie häufiger um und halte sie besonders sauber, denn am Boden verschmutzt Futter schneller.
So bleibt der Futterplatz sauber
Hygiene ist die wichtigste Regel überhaupt. Wo viele Vögel dicht beieinander fressen, können sich Krankheitserreger wie Salmonellen und Trichomonaden schnell verbreiten. Besonders anfällig sind klassische Futterhäuschen, in denen die Tiere im Futter sitzen und es mit Kot verschmutzen.
Futtersäule statt Futterhäuschen
NABU und LBV empfehlen Futtersilos oder Futtersäulen. Dort laufen die Vögel nicht im Futter herum, es bleibt trocken und verdirbt nicht so schnell. Mehrere kleine Futterstellen sind außerdem besser als eine große, denn Salmonellose und Trichomonaden treten laut LBV besonders häufig an großen Futterstellen auf.
Nur so viel Futter, wie gefressen wird
In offenen Futterstellen sollte nur so viel Futter liegen, dass es bis zur Dämmerung aufgefressen ist. Das hält das Futter frisch und lockt nachts keine Mäuse und Ratten an. Herabfallendes Futter fängst du mit einem Auffangteller auf oder fegst es regelmäßig weg. Wasche dir nach der Reinigung die Hände.
⚠️ Findest du mehrere tote Vögel an der Futterstelle, kann eine Salmonellose oder Trichomonaden-Infektion dahinterstecken. Der LBV rät dann, die Fütterung sofort einzustellen, das Futterhaus zu reinigen und Futterreste am Boden zu entfernen. Tote Vögel nur mit Handschuhen anfassen.
Das gehört nicht ins Futterhaus
- Brot und Essensreste. Salz und Gewürze sind für die meisten Vögel unverträglich und schaden ihnen.
- Futterkuchen in Plastiknetzen. Vögel können sich mit Zunge oder Füßen darin verfangen. Wähle Futterkuchen ohne Netz oder hänge sie in einem Behälter auf.
- Billiges Futter mit Füllstoffen. Der LBV rät, auf Qualität zu achten. Das Logo „Ambrosia-Controlled" zeigt, dass die Mischung auf Samen der allergenen Beifuß-Ambrosie kontrolliert wurde.
- Getreide im Streufutter. Vögel verschmähen es, dafür fressen es Mäuse und Ratten gern.
- Futter lose lagern. Bewahre Vogelfutter sicher und in geschlossenen Behältnissen auf.
Mehr zum Thema findest du in unserem Beitrag Wildvögel im Herbst unterstützen.
Am Futterplatz gilt: Vielfalt und Sauberkeit. Biete Weichfutter am Boden, Körner in der Futtersäule und Fettfutter oder Insekten für die Spezialisten an. Halte alles trocken, fege täglich aus und reinige mit heißem Wasser. So tust du den Wintergästen wirklich etwas Gutes.
Insekten sind im Winter eine wertvolle Ergänzung zu Körnern und Obst.
Insekten-Mix entdecken →NABU: Vögel füttern im Winter – Wer frisst was? (Infopapier)
LBV: Praktische Tipps zum Vögel füttern
LBV: Fragen zur Vogelfütterung
NABU: Tote Grünfinken durch Trichomonaden
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Häufige Fragen zur Winterfütterung
Die wichtigsten Antworten rund um Vögel am Futterplatz.
Ab wann sollte ich Vögel im Winter füttern?
Was fressen Amsel und Rotkehlchen im Winter?
Welches Vogelfutter passt zu Meisen?
Sind Insekten als Vogelfutter geeignet?
Wie oft muss ich das Futterhaus reinigen?
Warum sind Futtersäulen hygienischer?
Darf ich Brot oder Essensreste füttern?
Was tun, wenn ich tote Vögel am Futterplatz finde?
Das Vogel-Restaurant ist eröffnet.
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